Lehrstuhl für Historische und Indogermanische Sprachwissenschaft
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Informationen zum Masterstudiengang VIS / CIEL

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Seit dem Wintersemester 2012/13 läuft der neue Masterstudiengang Vergleichende Indoeuropäische Sprachwissenschaft (VIS) / Comparative Indo-European Linguistics (CIEL).

Beschreibung des Fachs

Der Masterstudiengang umfasst vier Semester (Vollstudium im Umfang von 120 ECTS-Punkten ohne ergänzendes Nebenfach) und versteht sich als Fortsetzung sprachwissenschaftlicher Bachelor-Studiengänge, besonders der allgemeinen Sprachwissenschaft sowie der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft und Indogermanistik. Der Masterstudiengang steht auch den Absolventen einzelsprachlicher philologischer und literaturwissenschaftlicher Studiengänge (moderne und ältere Sprachstufen) offen.

Zentrales Anliegen des Masterstudiengangs VIS / CIEL ist die Erklärung der Sprache als dynamisches System mit synchroner Verbindung von Innovation und Konservierung, die Erforschung des Sprachwandels in allen seinen Facetten und die Rekonstruktion sprachlicher Entwicklungen (diachrone Perspektive). Im Zentrum der Untersuchung steht die Entwicklung der indoeuropäischen Sprachfamilie, die in schriftlichen Zeugnissen bis ins 2. Jahrtausend v. Christus zurückverfolgt werden kann.

Als primär forschungsorientierter Studiengang vermittelt VIS / CIEL die Fähigkeit zur selbständigen Forschung und ein Qualifikationsprofil, das auf folgenden Studienzielen beruht:

  • Kenntnisse in der historischen Grammatik der altindoeuropäischen Sprachen und der Fähigkeit des philologischen Umgangs mit Texten dieser Sprachen;
  • Vertrautheit mit den Methoden der historisch-vergleichenden und allgemeinen historischen Sprachwissenschaft;
  • Einsichten in Prinzipien und Faktoren des Sprachwandels, des Zusammenhangs zwischen Sprachgeschichte und sprachlicher Gegenwart sowie in die Zusammenhänge zwischen inner- und außersprachlichem Wandel (indoeuropäische Kultur- und Geistesgeschichte);
  • Fähigkeit zur Verbindung der diachronen Sprachforschung mit Erkenntnissen und Theorien der Sprachtypologie und allgemeinen Sprachwissenschaft;
  • Fähigkeit zur Sprachanalyse aus sprachvergleichender Perspektive, Rekonstruktion prähistorischer Sprachstufen;

Fähigkeit zur Analyse historischer Textkorpora mit korpuslinguistischen Methoden.

Zu beispielhaften inhaltlichen Aspekten des M.A. VIS/CIEL und zur Gegenwartsrelevanz des Sprachwandels siehe den Artikel "Das Gedächtnis der Sprache" (PDF-Dokument, 1,7 MB).

Der M.A. VIS/CIEL öffnet fünf Module für den Profilbereich (ist insofern also auch für Studierender anderer M.A.-Fächer zugänglich).nach oben

Studienaufbau / Module

Das Lehrangebot verbindet sprachübergreifende, methodisch orientierte Veranstaltungen mit sprachenspezifischen Veranstaltungen.

1. Semester (Wintersemester)

(A) Methodik der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft: Beinhaltet die Veranstaltungen „Grammatiktheorie und Sprachwandel“ und „Aktuelle Theorien in der Linguistik“.

(B) Linguistik des westlichen alteuropäischen Raums: Beinhaltet die Veranstaltungen „Italische Sprachwissenschaft und Philologie“ und „Historische Sprachwissenschaft des Lateinischen“.

(C) Vergleichende Sprachhistorische Studien: Beinhaltet die Veranstaltungen (1) „Angewandter Sprachvergleich“ und (2) „Westindogermanisch“. Konkrete Kurstitel aus vergangenen Semestern zu (1): „Historisch-Vergleichende Methode“, Wortgeschichte und Stammbäume“, „Etymologische Werkstatt“. Zu (2): „Westgermanisch historisch-vergleichend“, „Altirisch I“.

2. Semester (Sommersemester)

(A) Interdisziplinäre Grundlegung 2: Vorlesung zu „Themen der Linguistik 1“ (Auswahl aus einem wechselnden Angebot linguistischer Vorlesungen).

(B) Linguistik des östlichen Mittelmeerraums: Beinhaltet die Veranstaltungen (1) „Griechische Sprachwissenschaft und Philologie“ und (2) „Historische Sprachwissenschaft des Griechischen“. Konkrete Kurstitel aus vergangenen Semestern zu (1): „Griechische Dialekte“, „Mykenisch und Homerisch“. Zu (2): „Homerische Kunstsprache“, „Die Entwicklung des Griechischen von den frühesten Zeugnissen bis zur Koiné“.

(C) Systematische und sprachhistorische Studien: Beinhaltet die Veranstaltungen (1) „Exemplarische sprachhistorische Studien“ und (2) „Historische Sprachwissenschaft Indogermanisch II“. Konkrete Kurstitel aus vergangenen Semestern zu (1) „Topik und Fokus“, „Indogermanistisches Forschungskolloquium“. Zu (2): „Themen der indogermanischen Syntax“, „Grammatikalisierungstheorie”, „Indogermanische Rekonstruktion”.

(D) Indoeuropäistik, Osteuropa und Asien: Beinhaltet die Veranstaltungen (1) „Zentral- und ostindogermanische Sprachstudien I“ und (2) „Zentral- und ostindogermanische Sprachstudien II“. Konkrete Kurstitel aus vergangenen Semestern zu (1): „Anatolisch und Indogermanisch“, „Altpersisch und die anderen Sprachen der Achämenideninschriften“. Zu (2): „Tocharisch“, „Tocharisch und Mittelindisch“.

3. Semester (Wintersemester)

(A) Interdisziplinäre Grundlegung 2: Zu wählen ist entweder eine Vorlesung zu „Themen der Linguistik 2“ (Auswahl aus einem wechselnden Angebot linguistischer Vorlesungen) oder eine Veranstaltung aus dem Profilbereich.

(B) Indoiranisch: Beinhaltet die Veranstaltungen (1) „Vertiefung Indoiranisch“ und (2) „Historische Sprachwissenschaft des Indoiranischen“. Konkrete Kurstitel aus vergangenen Semestern zu (1): „Rigveda-Lektüre“. Zu (2): „Avestisch“, „Mittelpersisch“.

(C) Praxismodul: Bietet anwendungsorientierte Veranstaltungen zur Korpuslinguistik und zur Vorbereitung der Masterarbeit.

4. Semester (Sommersemester)

Die Masterarbeit wird geschrieben und in einer Disputation verteidigt.

Weitere Angaben finden sich in der Tabelle (PDF-Dokument, 28 KB).

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Tabellarische Übersicht

MODULELEHRVERANSTALTUNGEN
ECTSArtECTSSWS
1. Semester (Wintersemester)
P1 Methodik der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft 12 P1.1 Grammatiktheorie und Sprachwandel V 6 2
P1.2 Sockel 2: Aktuelle Theorien der Linguistik V 6 2
P2 Linguistik des westlichen alteuropäischen Raums 9 P2.1 Italische Sprachwissenschaft und Philologie S (4,5) 2
P2.2 Historische Sprachwissenschaft des Lateinischen S (4,5) 2
P3 Vergleichende sprachhistorische Studien 9 P3.1 Angewandter Sprachvergleich S (4,5) 2
P3.2 Westindogermanisch S (4,5) 2
2. Semester (Sommersemester)
P4/1 Interdisziplinäre Grundlegung 1 3 WP4.1 Vorlesung zu Themen der Linguistik 1 (Auswahl aus einem wechselnden Angebot linguistischer Vorlesungen) V 3 2
P5 Linguistik des östlichen Mittelmeerraums 9 P5.1 Griechische Sprachwissenschaft und Philologie S (4,5) 2
P5.2 Historische Sprachwissenschaft des Griechischen S (4,5) 2
P6 Systematische und sprachhistorische Studien 9 P6.1 Exemplarische sprachhistorische Studien S (4,5) 2
P6.2 Historische Sprachwissenschaft Indogermanisch II S (4,5) 2
P7 Indoeuropäistik, Osteuropa und Asien 9 P7.1 Zentral- und ostindogermanische Sprachstudien I S (4,5) 2
P7.2 Zentral- und ostindogermanische Sprachstudien II S (4,5) 2
3. Semester (Wintersemester)
P4/2 Interdisziplinäre Grundlegung 2 6 WP4.2 Vorlesung zu Themen der Linguistik (Auswahl aus einem wechselnden Angebot linguistischer Vorlesungen)
oder:
Veranstaltung aus dem "Gemeinsamen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereich"
V 6 2
P8 Indoiranisch 9 P8.1 Vertiefung Indoiranisch S (4,5) 2
P8.2 Historische Sprachwissenschaft des Indoiranischen S (4,5) 2
P9 Praxismodul 15 P9.1 MA-Vorbereitungskolloquium Koll. 9 2
P9.2 Projekt Proj.
P9.3.1 Methoden der Strukturierung und Analyse linguistischer Daten V 6 1
P9.3.2 Strukturierung und Analyse von Daten und Korpora Ü 1-2
4. Semester (Sommersemester)
P10 Abschlussmodul 30 P10.1 Masterarbeit 25
P10.2 Disputation 5

Legende: P = Pflichtmodul/-veranstaltung, V = Vorlesung, S = Seminar, Ü = Übung.
Obige Angaben stehen derzeit noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung.
Stand: Januar 2016

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Zugangsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Immatrikulation in diesen Masterstudiengang ist der Nachweis eines berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses oder eines gleichwertigen Abschlusses aus dem Inland oder Ausland in einem mindestens sechssemestrigen Studiengang der Fachrichtung Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft oder eines verwandten Faches.

Bewerbung und Immatrikulation

Ansprechpartner

Alle Interessenten sind eingeladen, mit den Veranstaltern des Studiengangs und den Fachstudienberatern ein Beratungsgespräch zu führen:

• Prof. Dr. Olav Hackstein (Studium / Abschlüsse: Univ. of Pennsylvania 1989, Univ. Freiburg i. Br. 1993, Univ. Halle/Saale 1998)
Mail: olav.hackstein@lrz.uni-muenchen.de

• Dr. Catharina Busjan
Mail: busjan@lmu.de

• Vereinbarung von Terminen bei Herrn Prof. Dr. Hackstein: Elke Bergmeier
Mail: sprachwiss@lrz.uni-muenchen.de